Drehbare Luftschiffhalle Biesdorf (c) Landesbildarchiv

Flugplatz Karlshorst - Lageplan (c) Montage der Geschichtsfreunde Karlshorst

Deutsch-Russisches Museum im Gebäude des ehemaligen Offizierskasinos der Heerespionierschule der Wehrmacht (c) F+S

Gebietsgeschichte

Das Gebiet des Bebauungsplans XVII-50 (heute unterteilt in mehrere Bebauungsplanverfahren) gehörte größtenteils zu einem weiträumigen Gelände, welches bis 1993 militärisch genutzt wurde. Ausgangspunkt der militärischen Nutzung war die Anfang des 20. Jahrhunderts im östlichen Teilgebiet errichtete Halle für die Luftschifffahrt. Wenige Jahre später wurde die Halle für die Wartung von Flugzeugen umgenutzt und südlich davon der Flugplatz Friedrichsfelde eingerichtet sowie mit dem Bau mehrerer Flugzeughallen begonnen. Doch nach Ende des 1. Weltkrieges war Deutschland gemäß des Versailler Vertrages jegliche Motorflugzeugnutzung untersagt sodass das Gelände daraufhin einige Jahre brach lag.

In den 30iger Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde wieder an die militärische Nutzung angeknüpft und nördlich der Flugzeughallen mit dem Bau der Festungspionierschule 1 der deutschen Wehrmacht begonnen. Ende 2007 wurde die Anlage der ehemaligen Festungspionierschule von einem privaten Investor erworben und entwickelt. Die Gebäude wurden denkmalgerecht saniert und zusammen mit weiteren Neubauten auf dem Gelände sind mehr als 300 Wohneinheiten entstanden.

Außer dem Gebäudeensemble der Festungspionierschule entstanden im gleichen Zeitraum weitere zur militärischen Anlage gehörende Gebäude. Erwähnenswert ist hier vor allem das im nördlichen Teil des Plangebiets gelegene Offizierskasino, in dem am 8. Mai 1945 die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht gegenüber den alliierten Streitkräften unterzeichnet wurde. 1967 richtete die sowjetische Militäradministration hier ein Kapitulationsmuseum ein, das seit 1995 unter der Trägerschaft der Bundesrepublik Deutschland und der Russischen Föderation als Deutsch-Russisches Museum geführt wird.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das gesamte Kasernengelände durch die Sowjetarmee, später auch durch den sowjetischen Geheimdienst genutzt. Als Folgeerscheinung wurden große Bereiche des Ortsteiles Karlshorst abgesperrt, bis 1964 aber wieder sukzessive der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das markante Hauptgebäude im Zentrum des Ensembles diente dem Geheimdienst als Hauptzentrale im sowjetisch besetzten Teil Deutschlands. 1993 erfolgte die Räumung des gesamten Kasernengeländes. Bis zur laufenden Neuentwicklung des Gebiets durch das Bezirksamt Lichtenberg blieben weite Teile des Geländes unbebaut und ungenutzt, vorhandene baufällige Gebäude wurden abgebrochen. Die Flugzeughallen blieben zwar erhalten und stehen heute unter Denkmalschutz, sind jedoch in einem sehr schlechten baulichen Zustand.